Soldatin gibt anderer Person Befehl

Befehl oder Auftrag

von

In einem meiner letzten Artikel sprach ich über meinen persönlichen Werdegang, wie ich darauf gekommen bin, dass Taktiken aus dem Militär auch im Geschäftsalltag anwendbar sind und wie daraus meine Geschäftsidee entstand. Dieser Ansatz lässt sich für mich auch auf die Führung von Mitarbeitern ausweiten. Denn pragmatisch gesehen, kann von zwei grundsätzlich unterschiedlichen Taktiken im Rahmen der Führung ausgegangen werden: 

  1. Der Befehlstaktik 
  2. Der Auftragstaktik. 

Manchmal führt es zur Verwirrung, dass ein Befehl verwendet wird, um Aufträge zu erteilen. ? Darauf möchte und werde ich hier jedoch nicht eingehen, da diese Besonderheit nur bei Kameraden in Uniform auftritt. 

Vielmehr möchte ich zunächst meine Definition der beiden Taktiken darlegen und verdeutlichen, wie und wo sich die Führungsstiele für mich abgrenzen: 

Vergleich der beiden Taktiken

Mehr Aufwand für die Führungsebene 

Der entscheidende Unterschied wird bereits auf den ersten Blick sichtbar – Für die Befehlstaktik ist wesentlich mehr Aufwand von Seiten der Führung notwendig. Noch deutlicher wird dieser Unterschied, wenn wir Hindernisse in den Weg ein bauen, die von der Führung zunächst nicht erwartet wurden, sich aber auf dem Weg ergeben.  Das kann in einer chaotischen Welt schon mal vorkommen. 

Nehmen wir beispielsweise an, dass auf dem Weg von A nach B ein Fluss liegt. Im Beispiel 1 wird der arme Beauftragte jämmerlich ertrinken, weil er versucht durch den Fluss zu laufen. Wenn die Führung bei Befehlsaussprache bereits vom Fluss weiß, müsste diese einbauen, dass der Beauftragte sich auf die Suche nach einer Brücke macht oder ein Boot organisiert und schon wird der Befehl deutlich länger, während sich der Auftrag nicht verändert. 

Nachteile der Befehlstaktik 

Der sich daraus ergebende Nachteile der Befehlstaktik ist, neben der unnötigen Belastung des Führungsteams, dass Team Mitglieder demotiviert und zu unselbstständigem Verhalten konditioniert werden. Gute Mitarbeiter werden sich bei fehlender Motivation und Eigenverantwortung sicher schnell nach Alternativen umsehen. Das Unternehmen verschwendet seine Ressourcen, indem es sie einfach nicht nutzt. Denn anstelle von selbständiger Arbeit, Kreativität und individuellen Vorgehen, werden Dinge nur noch anhand von zuvor definierten Befehlen ausgeführt. Dies führt zu viel Aufwand und zusätzliche Arbeitszeit bei nicht immer optimalen Vorgehen und Lösungsansätzen. 

Von der Befehls- zur Auftragstaktik 

Taktik der Führung - Mitarbeiter diskutieren lassenSollten Sie auch nur im Ansatz die Befehlstaktik irgendwo in Ihrem Unternehmen beobachten können, dann wird es dringend Zeit zu handeln! 

Wichtig ist es dabei, die Änderungen nicht sofort von 0% auf 100% zu forcieren. Denn dies wird garantiert und auf vielfältige Weise scheitern. Teammitglieder und Führungskräfte werden demotiviert, es wird Frust produziert und dadurch wird es schwer positive Resultate mit der neuen Führungstaktik zu erzielen. 

Was ist aber dann ein besserer Weg? Meine Empfehlung ist mit kleinen Schritten beginnen: Beginnen Sie also zunächst einzelne kleine und noch nicht kritische Aufgaben mit der Auftragstaktik zu vergeben. Damit räumen Sie Ihren Mitarbeitern die Chance ein, sich mit der neuen Art, Aufgaben zu vergeben, bekannt zu machen und Ihre Mitarbeiter können Erfolgserlebnisse, Erfahrungen und Selbstvertrauen sammeln. 

Sie werden erstaunt sein, wie schnell Sie Erfolge sehen, wenn Sie beginnen, das Potential Ihres Teams besser zu nutzen und durch die neue Taktik, die Motivation und Bindung Ihrer Mitarbeiter zu steigern. Außerdem können Ihre Führungskräfte bzw. Sie selbst jetzt die Zeit, die Sie durch die effektivere Führung gewinnen, für wichtigere Dinge nutzen.  

Fangen Sie noch heute mit den ersten Schritten an – Sie werden sich in drei Monaten fragen, warum Sie nicht schon früher damit gestartet haben! 

Dies könnte ihnen auch gefallen

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich stimme zu.